Anja Wicker

Weltcups USA

Am 23.01. ging das Abenteuer USA los. Die Reise begann in Frankfurt, von dort ging es nach New York City. Dort sollten wir eigentlich gleich ins nächste Flugzeug nach Minneapolis steigen. Allerdings wurde der Flug gecancelled. Also verbrachten wir eine Nacht in einem Hotel am Flughafen. Was im Nachhinein gar nicht so schlecht war, denn uns stand immer noch ein dreistündiger Flug und eine dreistündige Busfahrt nach Cable (WI) bevor, dem Austragungsort, des ersten Weltcups.
Cable liegt ein bisschen im irgendwo und nirgendwo, aber dafür war unser Resort top. Vor Allem war es schön wieder mit allen Athleten unter einem Dach zu wohnen, damit man sich untereinander auch mal ein bisschen austauschen kann.
Der erste Wettkampf stand zwei Tage nach unserer Ankunft an, der Langlauf über die lange Distanz. In den ersten der drei von vier Runden lief es richtig gut und ich lag auf dem dritten Rang. Dann ging mir aber in der letzten Runde die Puste aus und ich wurde am Ende vierte. Für mich auch ein wirklich gutes Ergebnis über die 12km.
Nach einem Tag Pause ging es ans Biathlon. Als erstes kam der Sprint, bei diesem Wettkampf schaffte ich trotz zwei Schießfehlern meinen ersten Podestplatz im Biathlon mit einem zweiten Rang. Nach diesem Ergebnis war ich natürlich super motiviert für den nächsten Tag. Da stand der Biathlon über 10km an, d.h. viermal schießen und fünf Runden laufen.
Vom Start weg habe ich mich an diesem Tag super gut gefühlt. Auch die zwei Fehler beim ersten Schießen haben mich überhaupt nicht aus der Ruhe gebracht. Auf der Runde bekam ich die Info, dass ich auf Platz drei liege. Ab da lief alles wie am Schnürchen. Ich traf die nächsten fünf Schuss. Dann kam der Moment, den ich nie mehr vergessen werde. Mein Cheftrainer Ralf Rombach sagte die magischen Worte: „ Du führsch“! Ich habe erst gedacht, dass ich mich verhört habe, aber dann riss ich mich zusammen, traf die letzten zehn Schuss und baute meinen Vorsprung auf meine russischen Verfolgerinnen weiter aus, sodass ich in der letzten Abfahrt sogar Zeit hatte kurz zu lächeln. Es freut mich wirklich riesig, dass ich meinen ersten Weltcup Sieg im Biathlon geschafft habe.
Der letzte Wettkampf in Cable lief auch richtig gut, wahrscheinlich waren das noch die Nachwirkungen der Wolke sieben, auf der ich noch vom Vortag schwebte. Hier landete ich hinter der Norwegerin Mariann Marthinsen auf dem zweiten Rang.
Anschließend hieß es packen, denn die Fahrt zurück nach Minneapolis (MN) stand an. Eigentlich wollten wir gar nicht abreisen, da das Telemark Resort wirklich eine spitzen Unterkunft war. Die Organisatoren waren wirklich bemüht ein tolles Event zu organisieren. Dazu vermissten wir jetzt schon die leckeren Sandwichs, die es zum Luch gab.
Aber auch Minneapolis enttäuschte nicht, wir wohnten mitten in der Downtown. Alle halbe Stunde fuhr ein Shuttlebus zum Theodore Wirth Golf Course. Auf dem Golfplatz 15 Minuten von der Stadtmitte entfernt, fand der zweite Weltcup statt.
Als erstes der Langlauf Sprint, auf diesen habe ich mich schon lange gefreut, da ich in dieser Disziplin im Dezember meinen ersten Podiumsplatz im Weltcup geschafft habe.
Die Schneebedingungen waren alles andere als gut, da in Minneapolis ungewöhnliche warme Bedingungen waren. Aber die Organisatoren haben allen auffindbaren Schnee zusammen gekratzt und dazu noch Kunstschnee, sodass die Wettkämpfe erfolgreich über die Bühne gehen konnten.
In Minneapolis hatten wir vor dem Beginn des zweiten Weltcups einen Ruhetag. Diesen nutzten wir um uns in der Mall of America auszutoben. Wir verbrachten ungefähr acht Stunden mit einkaufen. Eine schöne Abwechslung in der ganzen Wettkampfhektik.
Nach dem Prolog war ich vierte, schaffte es also ins Halbfinale. Ab dort geht es Frau gegen Frau. Auf einem ziemlich leichten Kurs, konnte ich an dem einzigen kurzen Anstieg an meiner Konkurrenz vorbei und gewann das Halbfinale. Im Finale ging es gegen Mariann Marthinsen, Francesca Porcellato und Colette Bourgonje. Mariann war die klare Favoritin und gewann so auch den Sprint. Ich erkämpfte mir in einem packenden Endspurt mit Francesca Porcellato den zweiten Platz.
Vor dem letzten Wettkampf war ich schon ziemlich müde. Trotzdem ging ich noch mal motiviert an den Start, erreichte am Ende den dritten Rang, auf einer Runde, die eher einer Achterbahnfahrt glich.
Abends gingen einige Mannschaften in einem örtlichen Pub ein bisschen feiern, natürlich auch wir. Das war ein schöner Abschluss von zwei wirklich erfolgreichen und tollen Wochen.
Abschließend fällt mir nur ein Wort ein: AWESOME!