Anja Wicker

Weltcup Vuokatti 2012

Paralympisches Team Ski Nordisch -

22.03.-01.04.2012 Weltcupfinale Vuokatti (Finnland)

Nach meinem mehr als erfolgreichen Weltcup in den USA bin ich sehr motiviert nach Finnland gestartet. Mein Ziel war den Podestplatz im Langlauf Gesamtweltcup zu halten und im Biathlon zumindest zu versuchen um ihn zu kämpfen.
Wie schon in Norwegen, habe wir in Vuokatti in kleinen Appartements gewohnt und uns selbst verpflegt. Diese lagen direkt am Langlaufstadion, sodass man morgens vor den Wettkämpfen eigentlich nur aus dem Bett fallen musste und am Start stand.
Für Vuokatti hatten wir richtig Glück mit dem Wetter, es war nicht zu kalt und zum Ende hin auch richtig sonnig.
Angefangen hat alles mit den Langlauf Wettkämpfen.
Am Donnerstag den 22.03 stand der Sprint an. Leider war ich an dem Tag nicht in Topform und das bedeutete das Ende nach dem Halbfinale. So landete ich auf dem 7. Platz. Am nächsten Tag stand die Staffel an. Ich bin mit Tino Uhlig und Willi Brem in einer Staffel gestartet. Tino war Startläufer, dann kam Willi und ich war als dritte dran, Schlussläufer war dann wieder Willi. Zu Beginn konnten wir ganz vorne mitlaufen, dann waren die Ukrainer und die Mixed Staffel aus Schweden und Norwegen stärker. Also landeten wir auf einem wirklich guten dritten Platz.
Am Wochenende fand dann ein Volkslauf statt, der Vuokatti Hiihto. In diesem Rahmen fand unsere Langlauf Langstrecke statt. Die Steher starteten mit den anderen Teilnehmern des Laufs auf die 30km Strecke.
Die Schlittenfahrer bekamen einen extra Start, da wir „nur“ 15km liefen. Dieser Wettkampf war für mich wirklich nur, um Erfahrung zu sammeln. Mit meiner Zeit war ich am Ende sehr zufrieden und erreichte den 5. Platz. Danach lag ich erstmal den Rest vom Tag im Bett und konnte mich nicht mehr wirklich bewegen.
Nach einem Ruhe Tag stand der letzte Langlauf Wettbewerb an, die Mittlestrecke. Das war mein bisher bestes Langlaufrennen. Da bei diesem Weltcup fast die ganze Weltspitze da war, hatte ich einen wirklichen Vergleich. Ich schaffte einen vierten Platz, aber mein Rückstand auf die Spitze war sehr gering. Mit diesen Ergebnissen sicherte ich mir den zweiten Platz im Langlauf Gesamtweltcup. Das hätte ich mir zu Beginn der Saison niemals erträumt.
Dadurch war ich wirklich entspannt, was die Biathlon Wettkämpfe anging. Der erste Biathlon war die Langstrecke. An diesem Tag hat einfach alles gepasst, die Ski waren richtige Raketen, meine Laufform war super und ich schoss bei vier Schießeinlagen nur einen Fehler. Ich war bis zum letzen Schießen auf Platz zwei, aber dank der dritten fehlerfreien Serie erkämpfte ich mir den ersten Platz. Meinen Vorsprung habe ich dann auf der letzen Runde weiter ausgebaut und konnte meinen zweiten Biathlon Weltcupsieg diese Saison feiern. Dieser bedeutete mir fast noch mehr als mein erster, da auch hier wie beim Langlauf die Besten am Start waren.
Durch diesen Sieg hatte ich die Ehre beim Biathlon Sprint im Roten Trikot der Weltcupführenden zu starten.
Leider habe ich an diesem Tag die letzten Rennen in meinen Armen gespürt und es ging nicht wirklich viel, dazu kamen noch drei Fehler beim Schießen. Das hieß Platz vier am Ende und keine gute Ausganglage für den Verfolger am nächsten Tag. Dort schoss ich erneut dreimal daneben und konnte nur meinen Platz vom Vortag verteidigen.
Aber am Ende war ich Dritte im Biathlon Gesamtweltcup, womit ich mehr als zufrieden bin.
Das war meine erste Saison, in der ich in jedem einzelnen Weltcuprennen gestartet bin, was mein Ziel der Saison war. Und die Sahnehäubchen sind meine zwei Weltcupsiege und natürlich meine zwei Podiumsplatzierungen im Gesamtweltcup.
Jetzt gönne ich mir erstmal eine kleine Saisonpause, bevor es mit der Vorbereitung auf die kommende Saison losgeht. Dazu gehören erstmal ein paar Handbikerennen in den kommenden Monaten.