Berichte

Weltcupfinale Sapporo 13.03.-17.03.2019

Für das Weltcupfinale der Saison 2018/19 stand noch eine echte Highlight Reise an. Es ging für eine Woche nach Sapporo, Japan. Dort waren wir schon vor zwei Jahren, direkt im Anschluss an die Pre-Paralympics in Pyeongchang. Wir sind mit einem sehr kleinen Team angereist. Nur fünf Athleten bzw. Guides und fünf Betreuer. Zwei Wochen nach der WM in Kanada, hieß es nun wieder, sich einen ordentlichen Jetlag abzuholen. Aber für Japan tut man das gerne. Wir haben wie 2017 mitten in Sapporo gewohnt. Mit dem Shuttlebus war es eine gute halbe Stunde an die Strecke. Dafür musste man nachmittags nur zur Tür rausfliegen und war im Trubel der Stadt.

Bevor der erste Wettkampf anstand, die Biathlon Mitteldistanz, war immerhin ein Tag Zeit, sich auf die Zeitumstellung und die Strecken einzustellen. Mein Ziel war es, zum Abschluss am Schießstand sauber zu arbeiten. Dies ist mir auch gelungen, alle 20 Scheiben sind gefallen. Somit konnte ich die Strafrunde links liegen lassen. Die Temperaturen waren schon leicht frühlingshaft. Daher war der Schnee ziemlich weich und die Strecke musste

gesalzen werden, damit sie die Weltcupwoche übersteht. Durch das Salzen waren die Loipen morgens noch schön fest. Das sind auch eher meine Bedingungen. Mit dem dritten Platz war ich dann auch zufrieden.

Am nächsten Tag war es Zeit für das letzte Biathlonrennen der Saison, der Sprint. Einmal musste ich in die Runde abbiegen, bin ziemlich flott angegangen und habe das beim ersten Schießen bereut. Den dritten Platz habe ich trotz Schießfehler wieder erreicht.

Danach stand ein Ruhetag an, Zeit, um Sapporo unsicher zu machen. Es ging auf Shoppingtour. Ich bin wirklich wieder nur staunend durch die Gegend gegangen. Alles ist bunt und blinkt oder macht Geräusche und spielt Musik. Selbst die Ampeln zwitschern wie Vögel. Viele Restaurant und Cafés gibt es natürlich auch. Wir wurden im Hotel allerdings am Buffet verwöhnt. Jeden Morgen frisches Omelett und Ramen, abends vor den Augen zubereitetes Sushi und Tempura.

Samstag und Sonntag ging es nochmal im Langlauf an den Start. Erst fünf Kilometer anschließend kurze, flockige zweieinhalb Kilometer. Die eine Runde am Sonntag, lief richtig gut. Ich wurde von den beiden Amerikanerin und der Norwegerin deutlich später überholt, als am Tag zuvor. Langsam wurde mein Fitnesszustand wieder besser…

Trotzdem geht es jetzt erstmal in die Saisonpause. Wobei ich erstmals einfach aus Spaß im April nochmal für zehn Tage nach Norwegen zum Langlaufen fliege. Ohne Trainingsplan einfach nur laufen, wie einem lustig ist! Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das zum letzten Mal gemacht habe!

 

Weltmeisterschaften Prince George/Kanada 15.02. – 24.02.2019

Am 12.02. sind wir in Prince George angekommen. Die Reise habe ich gut überstanden und gestern einen Teil der WM-Strecken inspiziert (Bild oben). Nach einer halben Stunde war dann meine Nase innen zugefroren und das Training für mich wieder beendet. Es ist derzeit in dieser Ecke von Kanada wirklich so kalt, wie es in den Nachrichten berichtet wird. Bis zum ersten Start am Samstag, 16.02., hat das Wetter ja noch ein wenig Zeit, die Temperaturen in Richtung einstelliger Minusgrade anzuheben. Das wird bereits meine fünfte WM – unglaublich! Am Sonntag und Montag starten dann die Langlaufwettbewerbe. Nach dem Ruhetag am Dienstag geht es Mittwoch und Donnerstag mit dem Biathlon-Sprint und dem über 12,5 Kilometer weiter. Ich werde vorrausichtlich bei allen Biathlon-Wettkämpfen starten. Welche Langlauf-Wettkämpfe ich bestreite, wird kurzfristig entschieden.

Am zweiten Wettkampftag (17.02.) bin ich beim Langlauf/Mittelstrecke gestartet. Die beiden Runden über jeweils 2,5 Kilometer liefen erstaunlich gut. Vom Wettkampf am Vortag hatte nur etwas schwere Arme, aber keine Schmerzen. Der Schnee war auch deutlich schneller als zuvor, da macht es gleich viel mehr Spaß. Wie erwartet waren vier Kolleginnen zu schnell für mich, weshalb im Ergebnis der fünfte Platz herauskam. Beim Langlauf-Sprint habe ich planmäßig pausiert – ich wäre zwar sehr gerne gestartet, aber die Vernunft hat gesiegt. Bei meinem Trainingszustand soll man es nicht übertreiben. Beim Biathlon-Sprint am Mittwoch habe ich am Schießstand endlich mal wieder alles getroffen. Allerdings ging mir in der dritten Runde etwas die Kraft aus. Mein derzeit üblicher vierter Platz war die logische Folge, nachdem sich die drei Dauerkarteninhaber für die Podiumsplätze auch keine Blöße gaben.

 

Weltcup Östersund 12.-19.01.2019

Schnellen Schrittes geht es Richtung Weltmeisterschaft in Kanada. Nun ist auch schon der zweite Weltcup der Saison Geschichte. Somit auch der letzte vor der WM in Prince George, Kanada.

Ich habe mich im Vorfeld sehr auf die Woche in Schweden gefreut. Schließlich kennt man den Schießstand und die Strecken aus dem Fernsehen von den nichtbehinderten Biathleten. Dort angekommen wurden die hohen Erwartungen aber gleich gedämpft. Es kam das Gefühl rüber, dass die Organisatoren nicht ganz wissen was sie tun. Die Strecken waren noch nicht präpariert bzw. standen noch nicht fest.

Dazu kam noch ein Wintersturm am Tag vor dem ersten Rennen. Sodass wir die Strecke erst am morgen vor der Langlauf Mittelstrecke anschauen konnten. Naja, ging ja allen Startern gleich. Der Shuttle Service zum Skistadion lief auch nicht wirklich reibungslos. Es gab einfach zu wenig Fahrzeuge. Glücklicherweise haben wir uns einen eigenen Autoschlüssel eines Shuttles ergattert und ihn auch die gesamte Zeit behalten.

Gewohnt haben wir direkt neben dem Flughafen Are/Östersund auf der Frösön Halbinsel. Lustige Lage und da das Hotel dicke Fenster hat, auch kein Problem. Viel Zeit, um Östersund anzuschauen, hatten wir leider auch nicht. Daher gab es außer einem Kurztrip in den Supermarkt keine weiteren Sightseeing-Touren. Sehr schade, da die Umgebung doch Lust auf Erkundungstouren gemacht hat.

Aber zurück zum sportlichen: Die Runde war ziemlich anspruchsvoll, besonders aufgrund der Präparation, die zum Teil abenteuerlich war. Von Tag zu Tag aber besser wurde. Um läuferisch etwas von meinem Rückstand aufzuholen bin ich gerade dabei etwas an meiner Lauftechnik zu ändern. Bin allerdings noch in den Anfangsstadien des Versuchs. Dennoch bin ich den Biathlonsprint mit kürzeren Stöcken angegangen. War jetzt im Nachhinein nicht die beste Entscheidung, da ich mir dabei meine Unterarme völlig kaputt gemacht habe. Das Rennen war noch gut, mit einem Schießfehler war mein Abstand zu den sehr starken amerikanischen Ladies auch ok. Im Ergebnis stand dann der vierte Platz.

Am nächsten Tag beim Langlauf Sprint ging jedoch gar nix mehr. Nach dem Prolog bin ich im Halbfinale nicht mehr gestartet und auch den langen Biathlon habe ich ausgelassen. Nun bin ich dabei meine Arme so schnell wie möglich wieder fit zu bekommen, um im WM Vorbereitungstrainingslager in Livigno nächste Woche wieder vernünftig trainieren zu können.